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Mit richtiger Ernährung den Blutzucker auch ohne Medikamente im Griff behalten

Frage:
Ich, 71 Jahre alt, bin so ein Grenzfall für Diabetes 2. Bei einem normalen Blutcheck vor 14 Tagen wurde ein ziemlich erhöhter Blutzucker und auch etwas Urinzucker festgestellt. Daraufhin habe ich mir ein Blutzuckermessgerät und Teststreifen für Urin besorgt und prüfe seitdem 3 bis 4-mal tgl. die Werte. Das höchste war mal am Abend 156 und nie wieder Zucker im Urin. Mein Problem mit der Ernährung ist für mich etwas schwierig, weil ich seit über 20 Jahren chronische Polyarthritis habe und auch dafür schon meine Ernährung ziemlich umgestellt habe. Mein behandelnder Arzt meint, ich sollte mal jeden Tag eine "Insulin" Tablette schlucken dann wäre alles o. k. Und das genau möchte ich noch so lange wie möglich hinauszögern, da ich schon genug Pillen schlucken muss, um meinen Haushalt noch einigermaßen zu managen. Vielleicht können Sie mir ja einen Rat geben, was ich am besten noch mit der Ernährung regeln kann. Leider vertrage ich kein Speiseöl u. an Obst nur Äpfel, Ananas und Bananen. Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

 

Antwort:
Ob Sie zur Regulierung Ihres Blutzuckerspiegels Tabletten schlucken müssen, kann nur Ihr Arzt beurteilen.

Ich kann gut verstehen, dass Sie sich vor der Einnahme weiterer Pillen scheuen, insbesondere da Sie bereits schon viele Medikamente einnehmen. Allerdings können unbehandelte hohe Blutzuckerwerte gefährlich werden.

Deshalb sollten Sie Ihren Blut- oder Harnzucker vorläufig regelmäßig kontrollieren, die Messwerte stets aufschreiben und regelmäßig Ihrem Arzt vorlegen.

Gern erläutere ich Ihnen die Ursachen hoher Blutzuckerwerte und geben Ihnen einige Tipps, wie Sie Ihren Zuckerspiegel im Körper möglicherweise noch eine Weile auch ohne Medikamente im Griff behalten können.

Die Ursache des Altersdiabetes oder Diabetes mellitus Typ 2 liegt in der Regel in den Genen, d.h.,  Sie haben die Anlage für diese Krankheit von Ihren Eltern oder Großeltern geerbt. Auslöser der Krankheit ist fast immer Übergewicht. Durch eine Gewichtsabnahme, manchmal reichen schon 3 bis 4 Kilogramm, lässt sich der Blutzuckerwert wieder senken. In der Regel sinken damit auch andere zu hohe Werte, wie z. B. der Blutdruck oder die Blutfettwerte.

Wenn Sie also übergewichtig sind, wäre es gut, wenn Sie etwas schlanker werden würden. Das könnte sich auch für Ihre Polyarthritis positiv auswirken. Ob sie übergewichtig sind, können Sie mithilfe unseres BMI-Rechners ermitteln.

Informationen und praktische Tipps zum Abnehmen finden Sie in unserem Internetportal, z. B.  In dem Themen-Special "Abnehmen mit Vitalkost".
Der Blutzucker steigt nur nach dem Genuss von Kohlenhydraten. Je mehr Kohlenhydrate, desto höher steigt der Blutzuckerspiegel. Allerdings kommt es nicht nur auf die Menge der Kohlenhydrate an, sondern auch auf die Art. Günstig sind solche kohlenhydrathaltigen Lebensmittel, die einen niedrigen glykämischen Index haben. Diese lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam und nicht so hoch ansteigen. Das sind vor allem ballaststoffreiche Lebensmittel wie Getreideprodukte aus dem vollen Korn (Vollkornbrot, -nudeln, -reis), Hülsenfrüchte, Gemüse, Salat und auch einige Obstsorten wie Beerenfrüchte, Äpfel, Birnen, Zitrusfrüchte. Diese Lebensmittel haben außerdem einen hohen Sättigungswert, das ist hilfreich beim Abnehmen.

Wählen Sie bei fetthaltigen Lebensmitteln immer die fettarme Variante, also fettreduzierte Milch und Milchprodukte, fettarmen Käse und Aufschnitt. Verwenden Sie wenig Fette zur Zubereitung der Mahlzeiten und als Brotaufstrich.

Trinken sie reichlich, 1,5 bis 2 Liter pro Tag, sind zu empfehlen.

Essen Sie regelmäßig drei Mahlzeiten, Zwischenmahlzeiten sind  nicht unbedingt erforderlich. Wenn Sie zwischen den Mahlzeiten noch Appetit verspüren, versuchen Sie es zunächst mit einem Getränk. Sollten Sie dennoch Hunger haben, genießen Sie ein Stück Obst, einen fettarmen Joghurt oder eine kleine Portion Quarkspeise.

Genau so wichtig wie der richtige Speiseplan ist jeden Tag Bewegung. Das tut dem Gewicht und dem Blutzuckerspiegel gut. Nutzen Sie jede Möglichkeit im Alltag, gehen Sie viel spazieren, wenn möglich fahren Sie Fahrrad, gehen schwimmen oder tanzen. Planen Sie jeden Tag mindestens eine halbe Stunde für Bewegung ein.

Weitere Tipps für einen gesunden Lebensstil finden Sie bei uns im Internet www.diabetes-informationszentrum.de.

Zusätzlich empfehle ich Ihnen eine ausführliche persönliche Ernährungsberatung bei einer ausgebildeten Ernährungsfachkraft. In einem persönlichen Gespräch ist es eher möglich, auf die individuellen Bedürfnisse, Vorlieben und Abneigungen einzugehen. Adressen von Ernährungsfachkräften in Ihrer Nähe erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse oder beim Verband der Oecotrophologen http://www.vdoe.de/.

Letzte Aktualisierung ( 22.02.2011 )
 
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