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Hypoglykämischer Schock

Frage:

vor einigen Tagen hatte mein Vater nachts einen hypoglykämischen Schock. Meine Mutter wurde nachts durch ein Stöhnen geweckt und fand meinen Vater nicht ansprechbar vor. Die Augen waren fast geschlossen und er stöhnte. Sie alarmierte sofort den Notarzt, der eine Unterzuckerung feststellte. Zum Glück ist alles gut verlaufen und er wurde bereits aus dem Krankenhaus entlassen.

Im Nachhinein stellt sich mir die Frage, ob ich in dieser Situation richtig gehandelt habe. Leider muss ich dies verneinen. Ich weiß nur nicht, wie ich es besser hätte machen können. Als ich meinen Vater so liegen sah, tippte ich auf einen Schlaganfall. Ich habe mit ihm gesprochen und seine Hand gehalten. Meine Vermutung auf Schlaganfall war jedoch falsch. Sollte diese Situation nochmals auf mich zukommen, wie soll ich vorgehen? Stabile Seitenlage? Schocklage? Wie kann ich als Laie einen Schlaganfall von einem hypoglykämischen Schock unterscheiden?

 

Antwort:

Ihre Mutter hat absolut richtig gehandelt, indem sie sofort den Notarzt gerufen hat.

Zu Unterzuckerungen kann es bei Diabetikern aus verschiedenen Gründen kommen. Häufigste Ursachen sind:

-     zu viel Insulin gespritzt
-     zu wenig gegessen
-     zu langer Spritz-Essabstand
-     zu starke Tablettenwirkung
-     Alkohol

Bei den Symptomen wird nach der Schwere der Unterzuckerung unterschieden. Generell sind schwere Unterzuckerungen mit einem Schock seltener. Warnsymptome einer Unterzuckerung können Schweißausbrüche, Herzklopfen, Müdigkeit und Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen sein. Werden keine Kohlenhydrate aufgenommen, die schnell zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führen, treten weitere Symptome hinzu: Zittern, Sehstörungen, Orientierungslosigkeit.

Allerdings verändern sich die Symptome im Laufe eines Lebens oder treten in einer anderen Reihenfolge auf.

Schwere Unterzuckerungen führen zur Bewusstlosigkeit, evtl. auch Krampfanfällen. Die Symptome können ähnlich denen eines Schlaganfalls sein. Während leichte bis mittelschwere Unterzuckerungen von dem Diabetiker auch selbst behoben werden können, ist er bei schweren Unterzuckerungen auf fremde Hilfe angewiesen.

Wichtigste Maßnahme ist es, Erstickungen vorzubeugen:

1.     stabile Seitenlage
2.     keine Getränke einflößen
3.     falls vorhanden, Glukagon (Hormon, das die Abgabe von Zuckervorräten aus der Leber ins Blut bewirkt) spritzen
4.     Kopf seitlich festhalten
5.     Arzt verständigen

Schwere Unterzuckerungen sollten möglichst vermieden werden.

Wir empfehlen Ihnen und Ihren Eltern, an einer Schulung für Diabetiker und ihren Angehörigen teilzunehmen. Es gibt auch spezielle Schulungen für das richtige Verhalten bei Unterzuckerungen. Am besten lasen sie sich von einem Diabetologen bei der Auswahl einer Schulungsmaßnahme beraten.

Viele Tipps und praktische Empfehlungen rund um die Erkrankung Diabetes mellitus finden sie auch in den anderen Themenbereichen auf www.diabetes-informationszentrum.de.

Letzte Aktualisierung ( 22.02.2011 )
 
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