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Diabetes im Kindergarten?

Frage:
Ich arbeite als Erzieherin in einem Kindergarten. Seit knapp einem Jahr betreuen wir ein Kind mit Diabetes. Doch wir sind sehr verzweifelt und wissen nicht mehr weiter. Es kommt fast jeden Tag vor, dass das Kind 3-mal einnässt, es ist auch schon 4-mal vorgekommen. Natürlich haben wir uns mit den Eltern und der dafür zuständigen Kinderklinik in Verbindung gesetzt. Dabei haben wir erfahren, wenn das Kind hohe Blutzuckerwerte hat, dies durchaus vorkommen kann. In den letzten Tagen haben wir normale bis niedrige Werte gemessen und das Kind hat trotzdem eingenässt. Meine Frage: Wäre es angebracht, den Eltern vorzuschlagen, ihr Kind von einem Arzt untersuchen zu lassen? Durch ein kurzes Gespräch mit der Mutter hab ich erfahren, dass den Jungen oft auch etwas belastet und er deswegen einnässt. Seit zwei Tagen ist es auch vorgekommen, dass es einkotet. Das Kind nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und dadurch kommen auch die anderen 25 Kinder in der Gruppe zu kurz. Wir können unseren Aufgaben im Kindergarten nicht mehr gerecht werden. Ich hoffe Sie können uns helfen und uns einen Tipp geben. Ich habe auch davon gehört, dass die Möglichkeit bestünde, eine Betreuungsperson zur Integration des Kindes zu bekommen. Wäre das möglich?

Antwort:
Wir haben uns zum Thema Diabetes im Kindergarten mit der "Stiftung Dianino - Kindern mit Diabetes eine Zukunft" (
www.dianino.de) in Verbindung gesetzt. Von dort wurde uns für Sie die Broschüre „Kinder mit Diabetes im Kindergarten “- herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Diabetologie (www.diabetes-kinder.de) - empfohlen.

Außerdem schrieb uns Herr Reiner Hub, Sozialreferent des Deutschen Diabetikerbundes Folgendes dazu:
"Eine sichere Auskunft kann ich Ihnen leider nicht geben, aber der Hinweis auf eine zusätzliche Betreuungsperson geht evtl. in die richtige Richtung: Es gibt meines Wissens "integrative Kindergartengruppen", die speziell für Kinder mit zusätzlichem Betreuungsbedarf eingerichtet werden. Voraussetzungen sind mir nicht bekannt.
Doch sei die Frage erlaubt, welchen "zusätzlichen" Aufwand ein Kind mit Diabetes verursacht? Wenn es z. B. um regelmäßige BZ-Messungen o. Ä. geht, dann kann ja auch per ärztlicher Verordnung ein Pflegedienst beauftragt werden."

Außerdem möchten wir Ihnen empfehlen, wenn das Problem des Einnässens und Einkotens weiterhin anhält, mit Unterstützung der Kindergartenleitung das ausführliche Gespräch mit der Mutter zu suchen. Insbesondere dann, wenn Sie das Gefühl haben, dass es häusliche Probleme oder Probleme zwischen Mutter und Kind sind, die das auffällige Verhalten des Jungen erklären könnten. Vielleicht hilft hier die Einschaltung eines Kinder- bzw. Familien-Psychotherapeuten.

 

Letzte Aktualisierung ( 22.02.2011 )
 
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