Zuckeraustauschstoffe – Der Nutzen ist zweifelhaft

 

Zuckeraustauschstoffe lassen sich – wie der Name schon sagt – anstelle von Zucker verwenden. Sie sind ebenfalls süß und können wie „normaler“ Zucker verarbeitet werden. Ihre Süßkraft beträgt zwischen 40 - 70 % der des Haushaltszuckers bzw. bei Fruchtzucker ca. 150 %.

Zu den Zuckeraustauschstoffen zählen:

  • der Fruchtzucker (Fructose) und
  • die Zuckeralkohole Xylit, Sorbit, Mannit (Mannitol), Isomalt, Maltit und Lactit.

Zuckeraustauschstoffe kommen in der Natur in Früchten, Gemüse, Pilzen, Algen etc. vor und werden durch chemische und enzymatische Verfahren aus natürlichen Rohstoffen gewonnen. Sie werden unter anderem zur Herstellung von Süßigkeiten, Backwaren, Saucen, Diät-Jogurts, Diät-Marmeladen und Kaugummis verwendet, oft in Kombination mit Süßstoffen, um die geringere Süße zu verstärken. Vor allem in Diabetiker-Lebensmitteln sind sie oft zu finden.

Zuckeraustauschstoffe – kalorienhaltige Süßungsmittel

Im Gegensatz zu Süßstoffen sind Zuckeraustauschstoffe nicht kalorienfrei, sondern sie enthalten ähnlich wie Zucker 2,4 bis 4 kcal/Gramm und müssen deshalb bei der Berechnung der täglichen Kalorienzufuhr berücksichtigt werden. Zum Abnehmen sind sie nicht geeignet.

 

Energiegehalt und Süßkraft der Zuckeraustauschstoffe im Vergleich zu Zucker

Süßungsmittel

Energiegehalt Kcal / Gramm

Süßkraft in %

Zucker (Rohrzucker, Rübenzucker)

4

100

Fruchtzucker (Fructose)

4

120 – 170

Xylit

2,4

100

Mannit

2,4

40

Maltit

2.4

90

Isomalt

2,4

50 – 50

Sorbit

2,4

50

Lactit

2,4

40

Quelle: modifiziert nach „Ernährungsmedizin und Diätetik“,  Kasper H., URBAN & FISCHER, 10. Auflage, 2004

 

Blutzuckeranstieg durch Zuckeraustauschstoffe gering

Im Vergleich zu üblichem Haushaltszucker werden Zuckeraustauschstoffe vom Körper wesentlich langsamer ins Blut aufgenommen, so dass der Blutzuckerspiegel durch sie nur geringfügig ansteigt. Außerdem beeinflussen sie den Insulinspiegel nicht, da sie insulinunabhängig verwertet werden können. Eine Anrechnung auf die Broteinheit (BE) ist deshalb nicht notwendig. 

Achtung: Unterzuckererung durch Zuckeraustauschstoffe

Hersteller von Diätprodukten geben die Zuckeraustauschsotffe für Diabetiker häufig als BE an, obwohl diese den Blutzucker nicht oder nur ganz geringfügig ansteigen lassen. Aber Vorsicht: Wenn insulinpflichtige Diabetiker oder solche, die mit Tabletten vom Typ der Sulfonylharnstoffe oder Glinide behandelt werden, 12 Gramm Zuckeraustauschstoffe oder 1 BE mit der entsprechenden Menge Insulin oder Tabletten abdecken, besteht die Gefahr der Unterzuckerung.

Zuckeralkohole können Magen-Darm-Beschwerden verursachen

Zuckeralkohole können je nach aufgenommener Menge Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, Durchfall und Blähungen verursachen. Diese Begleiterscheinungen können bei empfindlichen Personen bereits bei einer Aufnahme von 10 Gramm Zuckeralkoholen auftreten. Es ist jedoch möglich, den Körper an den Verzehr dieser Süßungsmittel langsam zu gewöhnen. Die Industrie ist verpflichtet bei einer Menge von über 10 % Zuckeralkoholen in einem verzehrfertigen Erzeugnis, den Warnhinweis: „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ auf die Verpackung anzubringen.

Fruktose – negative Effekte für den Fettstoffwechsel

Besonders ungünstig ist der Zuckeraustauschstoff Fruktose. Er wird aus Maisstärke gewonnen und recht häufig von der Industrie zum Süßen von Limonaden, Fruchtsäften, Müslis, Desserts und Milchprodukten eingesetzt. Was sich so natürlich und gesund anhört, ist es leider nicht.  Fruchtzucker hat einen großen Nachteil, er hat eine ungünstige Wirkung auf den Fettstoffwechsel. Ein hoher Verzehr von Fruktose fördert die Entwicklung von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen (Triglyzeride und LDL-Cholesterin) und die Entstehung einer Fettleber. Das haben viele wissenschaftliche Studien gezeigt. In Amerika führt man den starken Anstieg der Anzahl von übergewichtigen Menschen auf den hohen Genuss von mit Fruchtzucker gesüßten Fertigprodukten zurück.
Deshalb sollten Diabetiker, die ohnehin schon einen belasteten Stoffwechsel haben, möglichst wenig Fruchtzucker aus Fertigprodukten und Getränken zu sich nehmen. Nichts einzuwenden ist gegen den täglichen Genuss von ein bis zwei Stück Obst.

Einen Überblick über den Fruktosegehalt von Lebensmitteln finden Sie bei der Verbraucher-Zentrale Hamburg.

 

Unser Tipp: Wenn Sie „Süßes“ essen möchten, verwenden Sie  „normalen“ Zucker in geringen Mengen und naschen Sie „normale“, mit Zucker gesüßte Süßigkeiten in kleinen Portionen. Verzichten Sie auf  mit Fruktose gesüßte Lebensmittel und Getränke. Werfen Sie beim Einkauf einen Blick auf die Zutatenliste.

Wenn Sie abnehmen möchten, süßen Sie Ihre Speisen und Getränke mit Süßstoffen

 

Spezielle Diabetiker-Lebensmittel gibt es nicht mehr

Seit 1.10.2012 dürfen spezielle Diabetiker-Lebensmittel nicht mehr angeboten werden. Nur Restbestände dürfen im Rahmen der Haltarkeitgrenzen noch in den Supermärkten verkauft werden. Der Grund dafür war u.a. auch die Erkenntnis der Wissenschaftler, dass das in den Diabetiker-Lebensmitteln häufig verwendete Süßungsmittel Fruktose nachteilige Wirkungen auf die Gesundheit hat. Das Aus für Diabetiker-Lebensmittel hat der Gesetzgeber auch deshalb ausgesprochen, weil sie häufig mehr Fett und damit Kalorien enthalten haben als vergleichbare Lebensmittel. Bei vielen Diabetikern habe sie den Eindruck erweckt, als wären sie besonders günstig und hätten keinen Einfluss auf die Zuckerkrankheit.