Süßstoffe – eine kalorienfreie Alternative zum Zucker
Die Vorliebe für „Süßes“ ist bei uns angeboren. Täglich nimmt der Mensch ca. 400 Kalorien in Form von Zucker zu sich. Eine kalorienfreie bis kalorienarme Alternative zu Zucker sind Süßstoffe.
Süßstoffe sind synthetische oder natürliche Substanzen mit intensiv süßem Geschmack. Ihre Süßkraft ist zwischen 30 bis 3000-fach stärker als die von handelsüblichem Haushaltszucker. Die in der EU zugelassenen Süßstoffe sind Saccharin, Cyclamat, Aspartam, Acesulfam K, Thaumatin und Neohesperidin. Alle Süßstoffe haben eine E-Nummer und lassen sich anhand dieser in den Zutatenlisten von Lebensmitteln erkennen.

Süßstoffe - für kalte und warme Speisen geeignet
In der industriellen Fertigung von Lebensmitteln werden häufig Süßstoffe eingesetzt, vor allem bei kalorienreduzierten Getränken, Konfitüre, Süßigkeiten oder Desserts und Diabetiker-Lebensmitteln, aber auch für den Hausgebrauch gibt es eine Vielzahl von Tafelsüßen. Man unterscheidet Flüssigsüße, Streusüße und Süßstoffe in Tablettenform.
Süßstofftabletten eigenen sich für alle heißen Flüssigkeiten, da sie sich gut darin auflösen können.
Flüssiger Süßstoff wird vor allem in kalten Getränken, Milchspeisen, Dressings und Gebäck angewandt. Beim Backen können sie aber aufgrund ihrer geringen Masse nicht die Bindewirkung und das Volumen von Zucker und Zuckeraustauschstoffen erreichen. Während sich Hefe-, Knet- und Brandteige problemlos mit Süßstoffen herstellen lassen, sollte bei Rühr- und Biskuitteige nur ein Teil der Zuckerangabe des Rezeptes durch Flüssigsüße ersetzt werden; der andere Teil kann aus Haushaltszucker, Fruchtzucker oder Streusüße bestehen. Nicht alle Süßstoffe sind zum Kochen geeignet, Aspartam und Thaumatin verlieren durch die Erhitzung an Süßkraft.
Streusüßen haben pulverartige Trägersubstanzen wie Maltodextrin oder Fruchtzucker. Da die enthaltenen Kohlenhydratmengen sehr gering sind, können Streusüßen mit Maltodextrin dennoch von Diabetikern auch ohne Anrechnung von BE´s oder Kalorien verzehrt werden.
In handelsüblichen Süßstoffprodukten werden meist zwei oder mehr Süßstoffe miteinander kombiniert. Dadurch wird der Geschmack abgerundet und die Süßkraft gesteigert, so dass die Verwendungsmengen reduziert werden können.
Süßstoffe sind gesundheitlich unbedenklich
Zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sind Süßstoffe in den normalen Verwendungsmengen nicht gesundheitsschädlich.
Vorsichtshalber haben Expertengremien Höchstwerte für deren täglichen Einsatz festgelegt, so genannte ADI-Werte (acceptable daily intake), die nicht überschritten werden sollten. Diese Obergrenzwerte geben die Mengen je Kilogramm Körpergewicht an, die täglich mit der Nahrung lebenslang ohne jegliches Risiko verzehrt werden können. Zusätzlich kommt ein Sicherheitsfaktor von 100 dazu, d.h. auch die 100-fache Menge ist nicht schädlich.
Weil die meisten der im Handel angebotenen Süßstoffprodukte ein Gemisch aus verschiedenen Süßstoffen sind, werden diese Grenzwerte nie überschritten.
Im Gegensatz zu Zucker und Zuckeraustauschstoffen fördern Süßstoffe nicht die Entstehung von Karies.

Süßstoffe erleichtern das Abnehmen
Süßstoffe helfen beim Verzehr von süßen Speisen und Getränken Kalorien zu sparen. So ist ihre Verwendung vor allem bei der Gewichtsreduktion sinnvoll. Entgegen bestehender Befürchtungen konnte den Süßstoffen keine appetitanregende Wirkung nachgewiesen werden.
Diabetiker können Süßstoffe ebenfalls verwenden, da sie kohlenhydratfrei sind und somit nicht den Blutzucker- und Insulinspiegel erhöhen. Nach Befragungen nehmen etwa 70% aller Diabetiker regelmäßig Süßstoffe zu sich. Süßstoffe sollten dennoch sparsam angewendet werden, um nicht die Vorliebe für süßen Geschmack zu verstärken. Sinnvoller ist es, den Geschmack insgesamt auf weniger süß einzustellen.
Süßungsmittel Stevia – in Europa noch verboten
Ein neuer Süßstoff, der in der EU kurz vor der Zulassung steht, ist Steviosid. Dieser Süßstoff wird aus der südamerikanischen Pflanze Stevia gewonnen und ist rein natürlich. Seine Süßkraft ist 300-mal stärker als die von Zucker; außerdem werden ihm positive gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben. Das Süßungsmittel soll unter anderem den Blutdruck bei Hochdruckpatienten senken, einen positiven Einfluss auf Diabetes mellitus Typ 2 haben und die Bildung von Zahnbelag verhindern. Allerdings sind diese Wirkungen noch nicht eindeutig wissenschaftlich belegt; auch die Unbedenklichkeit des Süßungsmittels ist noch nicht endgültig bewiesen. Aus diesem Grund hat die EU Stevia und Steviosid als Lebensmittel bisher noch nicht zugelassen.
Quelle: „A young Stevia rebaudiana plant“
Trotzdem wird Stevia, gerade im Internet, in zahlreichen Variationen angeboten, zum Beispiel Stevia-Samen, getrocknete Stevia-Blätter, Stevia-Flüssigextrakt, -Pulver oder –Tabletten.
Aber Vorsicht: Wer Stevia zum Verzehr erwirbt, handelt illegal und tut dies auf eigene Gefahr.
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Autorin: Rebecca Nachtigal, Dipl. oec. troph.
veröffentlicht am21. August 2006.
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